WIR sind WÖHRL Berlin
Die am häufigsten gestellte Frage unserer geschätzten Kunden:
„Wann schließen Sie?“
Darauf bleibt uns derzeit nur die Antwort:
„Von Montag bis Samstag um 21.00 Uhr.“
Wöhrlianer zu sein ist doch mehr, als die blanke Zuordnung zu einem Konzern.
Es ist vielmehr eine tiefe, auf Vertrauen und Wertschätzung gewachsene Verbundenheit zu einem einstmals bodenständigen, verlässlichen und werteorientierten Familienunternehmen –
Also nichts, was man eben mal so abstreift!
Eben genau diese Verbundenheit hat es ausgemacht, all die in den letzten Jahren marktbedingten und strategischen Unternehmensentscheidungen mitzutragen und auch unter größten Widrigkeiten unseren Kunden professionell und serviceorientiert tagtäglich zu dienen.
Dafür sind WIR hier.
Es ist aber auch die Verbundenheit unserer Kunden, die unsgegenwärtig überwältigt und traurig stimmt!
Es sind Aussagen wie:
„Wir kaufen unsere gesamte Kleidung bei Ihnen, wo sollen wir denn zukünftig hingehen?“
„So ein freundliches und kompetentes Personal findet man selten!“
„Wann kommt denn die neue Ware?“
„Wissen sie schon, wie es bei ihnen weitergeht?“
„Warum schließen sie?“
„Wir waren immer gerne hier!“
„Wo sind denn hier die Verkäufer?“
„Warum machen sie keine zweite Kasse auf?“
Alles Fragen, auf die wir weder wahrheitsgetreue noch zuverlässige Antworten geben können.
Unsere tägliche Motivation besteht darin, zufriedene Kunden mit einer Tüte in der Hand verabschieden zu können.
Das können wir jedoch beim besten Willen nicht mehr leisten, denn von ehemals über 70 Mitarbeitern sind nur noch wir da.
WIR, das sind:
15 Teilzeitkräfte
3 Auszubildende
4 Aushilfen
Es ist für uns beschämend, seit Dezember temporär Eingänge und sogar ganze Etagen geschlossen halten zu müssen, weil unsere Kollegen krankheitsbedingt ausfallen. Seit Anfang letzten Jahres haben wir Unterstützung angefordert, um den Krankenstand von durchschnittlich 30 – 40 % entgegen zu wirken.
Für unsere Stammkunden haben wir bereits im Oktober konkrete Vorschläge bei der Unternehmensleitung eingereicht, um diese niveau- und respektvoll zu verabschieden. Aber auch Vorschläge, unsere Kunden weiterhin an das Unternehmen trotz der weiteren Entfernungen zur nächsten Filiale zu binden.
Bis heute ohne Reaktion seitens der Unternehmensleitung.
Benötigte Ware wurde nicht eingesteuert.
Die Erwartungen unserer Kunden und die Erwartungen, die wir an uns und unsere Arbeit stellen, können nicht erfüllt werden.
Der daraus resultierende betriebswirtschaftliche Schaden ist immens und für uns nicht nachvollziehbar.
Vor allem mit dem Wissen darum, mit welch einem in dieser Situation absurd hohen finanziellem Aufwand, ein Stab von Anwälten darum bemüht ist, für uns 33 Seelen die billige Lösung (3 monatige Kündigungsfrist – ohne Rücksicht auf individuelle Betriebszugehörigkeiten) herbei zu führen.
Knopf auf`s Herz – WIR sind Kaufleute!
Lasst uns unter fairen, realistischen und respektvollen Umständen unsere Arbeit machen – dann ist auch Geld für eine faire, realistische und respektvolle Abfindung da.
Die haben wir uns längst verdient.
Im Moment schließen wir nur die Saison ab –
seit Freitag, den 27.01.2017.
…Als einziges Haus im Unternehmen!












