Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Interessierte,

mit diesem Blog wollen wir als Gewerkschaft ver.di euch / Sie über aktuelle Vorgänge rund um das Unternehmen Wöhrl transparent und schnell informieren und euch / Ihnen Gelegenheit geben, sich zu äußern.Wir haben uns für diese Informationsverbreitung aus unterschiedlichen Gründen entschieden: Zum einen seid ihr / sind Sie so nicht mehr auf Gerüchte angewiesen, die ja alltäglich aufkommen, zum anderen kommen über diesen Kanal Informationen aus erster Hand blitzschnell zu Euch / Ihnen nach Hause.Wir werden unser Bestes geben, so aktuell wie möglich, und so ausführlich wie nötig zu informieren. Gerne könnt ihr Euch / können Sie sich durch Kommentare einbringen. Zensur wird unsererseits bei Einträgen ausgeübt, die offensichtliich unfair sind, klar die Unwahrheit verbreiten oder ins Niveaulose abgleiten.Wir wünschen uns und euch / Ihnen viel Spaß beim Lesen und Schreiben und Kommentieren.

Freitag, 17. Februar 2017



      

                          WIR sind WÖHRL Berlin

einst Goldelse jetzt Lastenesel der Firma Wöhrl

Beruhigend ist, dass die ebenfalls von der Filialschließung betroffenen Kollegen und Kolleginnen aus den drei bayerischen Häusern ein Wechselangebot in umliegende Filialen in Bayern bekommen haben und dies bereits zu Beginn dieses Jahres.
Unglaubwürdig ist, wie es auch in den Pressemitteilungen vom Vorstand zu lesen ist, dass “die Übernahme der 100 Beschäftigten von Anfang an geplant“ war.
Durch ver.di Unterstützung wurde aus dem Vorhaben "die Mitarbeiter der Schließungsfilialen erhalten sukzessive ihr Kündigungen" nichts!
Denn mit  ver.di wäre eine Kündigung der Mitarbeiter in den drei zur Schließung ausgesprochenen Häusern in Bayern  nicht mehr so leicht wie geplant geworden. Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten hätten unter Einbeziehung der Sozialauswahl in den anderen Betriebsteilen gesucht werden müssen 
Und eine Sozialauswahl bedarf einer korrekten und sorgfältigen Prüfung. Sowas dauert bekanntermaßen. Und Zeit bzw. Geld will man in einen angemessenen Umgang mit den Mitarbeitern nicht investieren!

Und wie, lieber Vorstand, sieht der Plan für Berlin aus?

Bekommen jetzt alle mit dem Standort Berlin fest verwurzelten Mitarbeiter ein Ticket für den Billig(-raus-)flieger über § 123 InsO? 

Wir haben jetzt Angebote zum Wechsel in andere (weit entfernte) Häuser bekommen.
Für uns und unsere Kollegen im Alter zwischen 33 und 64 Jahren bedeutet ein Arbeitsplatzwechsel innerhalb der Unternehmensgruppe Wöhrl aber einen kompletten Neuanfang - verbunden mit vielen individuellen Herausforderungen::
 
  • Finde ich eine arbeitsstellennahe und bezahlbare Wohnung? Wie bewerkstellige ich einen kurzfristigen Umzug? Wie komme ich in der neuen Umgebung zurecht?  Werde ich ein ähnliches kulturelles Angebot in der neuen Umgebung vorfinden? Was wird aus meinem kreditfinanzierten Wohneigentum?
  • Wie bewerkstellige ich die Kinderbetreuung / bekomme ich einen Kitaplatz am neuen Standort? Findet mein Lebens-/ Ehepartner ebenfalls einen neuen Arbeitsplatz? Kommt er/sie mit mir mit? Wie soll ich mit der räumlichen Entfernung zu meiner Familie und meinen Freunden umgehen? Wie mache ich das mit der Pflege meiner nahen Angehörigen?
  • Wie geht meine Umgebung mit meiner Bi-/Homosexualität um?  
     

Sieht so wertschätzender Umgang mit langjährigen loyalen Mitarbeitern unseres Unternehmers aus?

Ist das die „Mitgift“ für uns?

Ein Dankeschön fühlt sich irgendwie anders an.

Freitag, 10. Februar 2017

Respektvoller Umgang mit und unter Kaufleuten

WIR sind WÖHRL Berlin
Die am häufigsten gestellte Frage unserer geschätzten Kunden:
„Wann schließen Sie?“  
Darauf bleibt uns derzeit nur die Antwort:
„Von Montag bis Samstag um 21.00 Uhr.“

Wöhrlianer zu sein ist doch mehr, als die blanke Zuordnung zu einem Konzern.
Es ist vielmehr eine tiefe, auf Vertrauen und Wertschätzung gewachsene Verbundenheit zu einem einstmals bodenständigen, verlässlichen und werteorientierten Familienunternehmen 
Also nichts, was man eben mal so abstreift!
Eben genau diese Verbundenheit hat es ausgemacht, all die in den letzten Jahren marktbedingten und strategischen Unternehmensentscheidungen mitzutragen und auch unter größten Widrigkeiten unseren Kunden professionell und serviceorientiert tagtäglich zu dienen.
Dafür sind WIR hier.
Es ist aber auch die Verbundenheit unserer Kunden, die unsgegenwärtig überwältigt und traurig stimmt!
Es sind Aussagen wie: 
„Wir kaufen unsere gesamte Kleidung bei Ihnen, wo sollen wir denn zukünftig hingehen?
„So ein freundliches und kompetentes Personal findet man selten!
„Wann kommt denn die neue Ware?
„Wissen sie schon, wie es bei ihnen weitergeht?
„Warum schließen sie?
Wir waren immer gerne hier!
„Wo sind denn hier die Verkäufer?“
„Warum machen sie keine zweite Kasse auf?
Alles Fragen, auf die wir weder wahrheitsgetreue noch zuverlässige Antworten geben können.
Unsere tägliche Motivation besteht darin, zufriedene Kunden mit einer Tüte in der Hand verabschieden zu können.
Das können wir jedoch beim besten Willen nicht mehr leisten, denn von ehemals über 70 Mitarbeitern sind nur noch wir da.
WIR, das sind:

11 Vollzeitkräfte
15 Teilzeitkräfte
3 Auszubildende
4 Aushilfen









Es ist für uns beschämend, seit Dezember temporär Eingänge und sogar ganze Etagen geschlossen halten zu müssen, weil unsere Kollegen krankheitsbedingt ausfallen. Seit Anfang letzten Jahres haben wir Unterstützung angefordert, um den Krankenstand von durchschnittlich 30 – 40 % entgegen zu wirken.
Bis heute ohne Reaktion seitens der Unternehmensleitung.
Aus blanker Existenzangst haben während des letzten Jahres 12 Kolleginnen unser Team verlassen. Diese Arbeitsplätze wurden nicht ersetzt.
Für unsere Stammkunden haben wir bereits im Oktober konkrete Vorschläge bei der Unternehmensleitung eingereicht, um diese niveau- und respektvoll zu verabschieden. Aber auch Vorschläge, unsere Kunden weiterhin an das Unternehmen trotz der weiteren Entfernungen zur nächsten Filiale zu binden.
Bis heute ohne Reaktion seitens der Unternehmensleitung.
Benötigte Ware wurde nicht eingesteuert.
Die Erwartungen unserer Kunden und die Erwartungen, die wir an uns und unsere Arbeit stellen, können nicht erfüllt werden.
Der daraus resultierende betriebswirtschaftliche Schaden ist immens und für uns nicht nachvollziehbar.
Vor allem mit dem Wissen darum, mit welch einem in dieser Situation absurd hohen finanziellem Aufwand, ein Stab von Anwälten darum bemüht ist, für uns 33 Seelen die billige Lösung (3 monatige Kündigungsfrist – ohne Rücksicht auf individuelle Betriebszugehörigkeiten) herbei zu führen.

Knopf auf`s Herz – WIR sind Kaufleute!
Lasst uns unter fairen, realistischen und respektvollen Umständen unsere Arbeit machen – dann ist auch Geld für eine faire, realistische und respektvolle Abfindung da.
Die haben wir uns längst verdient.

Im Moment schließen wir nur die Saison ab – 
                                        seit Freitag, den 27.01.2017.
                                 …Als einziges Haus im Unternehmen!

Donnerstag, 19. Januar 2017

Ein voller Erfolg für die ver.di Aktiven!

100 Arbeitsplätze gerettet!

ver.di und ver.di Aktiven ist es zu verdanken, dass die Wöhrlianer der bayrischen Schließungs-filialen in Roth, München PEP und Nürnberg Langwasser weiterhin einen Arbeitsplatz haben.




Durch den Druck der Gewerkschaft, der Mitarbeitervertreter und der Öffentlichkeit hat die Firma Wöhrl allen betroffenen bayrischen MitarbeiterInnen Ende Dezember ein Weiterbeschäftigungsangebot gemacht.
Der Unternehmer hielt noch Mitte Dezember noch an seinem Vorhaben fest, alle Mitarbeiter der Schließungsfilialen zu entlassen und sie nach oft jahrzehntelanger Firmentreue ohne Transfermaßnahmen oder Abfindungen in die Arbeitslosigkeit zu schicken.
Durch unsere öffentlichen ver.di Aktionen, ist es uns Gelungen, dass unsere Kollegen und Kolleginnen jetzt in den standortnahen Wöhrl Filialen ohne Verlust ihrer Betriebszugehörigkeiten weiter arbeiten können.
Wie das Unternehmen mitteilt, haben bereits bis auf drei Mitarbeiterinnen das Angebot zum Filialwechsel angenommen.


Wir gratulieren und bedanken uns herzlich bei den mutigen, kämpferischen Akteuren, die sich aktiv für die Interessen anderer eingesetzt haben!
Ein toller Erfolg! Ohne Euch wäre das nicht gelungen!


Noch offen ist, wie es in der Filiale Berlin weitergeht. Hier gibt es leider noch keine positiven Neuigkeiten zu vermelden. Die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber dauern noch an.


In der Zentralverwaltung wurden jetzt über 60 Kündigungen ausgesprochen. Dort gibt es weder Gewerkschafter noch einen Betriebsrat. Schade.

Dienstag, 8. November 2016

Aktuelle Informationen aus der Gesamtbetriebsratssitzung vom 08.11.2016




Aufgrund der aktuellen Pressemitteilungen und Mitarbeiterinformationen der derzeitigen Unternehmensleitung möchten die Gesamtbetriebsräte der Rudolf Wöhrl, das Haus der Markenkleidung GmbH & Co. KG hier offen darüber informieren, dass die in den o. g. Unternehmensmitteilungen erwähnte Zusammenarbeit im Rahmen der aktuellen Insolvenzsituation mit den Betriebsratsgremien nicht stattfindet.
Die Arbeitnehmervertretungen werden weder rechtzeitig noch vollumfänglich informiert.
Die Betriebsratsgremien werden auch nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, beratend einbezogen.
Die Gesamtbetriebsräte weisen darauf hin, dass Ihre Arbeit durch nicht stattfindende Einbeziehung behindert wird und auch Zugang zu notwendigen Sachverstand in Form von Beratern und Rechtsanwälten erschwert wird. Die Gesamtbetriebsräte mahnen den Umgang des Arbeitgebers mit den Mitarbeitern scharf ab und fordern einen respektvollen Umgang und eine soziale Absicherung für die Beschäftigten ein.

Die Gesamtbetriebsräte der heutigen Sitzung fordern geschlossen den Arbeitgeber dazu auf, umgehend Verhandlungen mit der Wöhrl Tarifkommission der Gewerkschaft ver.di aufzunehmen. Die aktuell gegebenen Arbeitnehmerinteressen sollen durch und mit der Tarifkommission verhandelt werden.

In den kommenden Wochen werden die Betriebsräte Betriebsversammlungen gemeinsam mit Gewerkschaftsvertretern abhalten.


Die Gesamtbetriebsräte der Nürnberger Häusergruppe
Augsburg
Bamberg
Bayreuth
Berlin
Dresden
Erlangen
Fürth
Ingolstadt
Nürnberg City
Nürnberg Langwasser
München OEZ
München PEP
Plauen

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Offener Brief des Betriebsrats und der Mitarbeiter der Filiale München Perlach


Sehr geehrter Herr Rösch, sehr geehrter Herr Beyersdorff, sehr geehrter Herr Wöhrl, sehr geehrter Herr Mach, sehr geehrter Herr Dr. Gerloff,

 

seit  Ihrer Mitarbeiterinformation vom 6. Oktober 2016 und dem Besuch von Herrn Mach und Herrn Dr. Gerloff am 4. Oktober 2016 sind wir zutiefst erschüttert über den Umgang mit den Mitarbeitern in der Firma Wöhrl.

 

Für 24, 28, 35 oder gar 40 Jahre Treue zur Firma Wöhrl bekommen die Mitarbeiter sang- und klanglos jetzt ihre Kündigung im Dezember? Sie dürfen sich auf freie Stellen im Unternehmen bewerben? Was nicht nur im Fall Berlin sehr unrealistisch ist. Sie verlieren ihre Betriebszugehörigkeit nach so vielen Jahren?

 

Es ist nicht die erste Schließung im Unternehmen und bisher sind die Mitarbeiter nahezu immer weiter beschäftigt worden. Und jetzt sollen die Mitarbeiter unter Missbrauch des Schutzschirmverfahrens mit einer lächerlichen Abfindung von zweieinhalb Monatsgehältern gekündigt werden? Ja, wir leben im Raubtierkapitalismus, aber möchte die Firma Wöhrl wirklich diesen Ruf in die Öffentlichkeit tragen?

 

Was haben die Mitarbeiter all die Jahre mitgemacht? Den Umbau hier im PEP unter katastrophalen schmutzigen und lauten Bedingungen mit 300 Euro Umsatz am Tag und dadurch nur Grundgehalt.

 

Das Urlaubs- und Weihnachtsgeld wurde gestrichen, auch schon unter Druck, dass durch den Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld Kündigungen verhindert werden können.

 

16 Jahre haben die Mitarbeiter für 9, - bis 11,- Euro Stundenlohn ohne eine Lohnerhöhung gearbeitet, mit ständigem Umsatzdruck, mit Leistungsdruck, mit der Forderung nach täglich freundlichst kompetentem Benehmen ohne jede Motivation, mit Drohungen und Mobbing seitens der Geschäftsleitung, jedenfalls hier in unserer Filiale 20 im PEP. Glauben Sie, das geht folgenlos an uns Mitarbeitern vorbei?

 

Und nun der finale Schock! Wir schließen ganz! Hier in der Filiale 20 PEP hieß es, wir werden Anfang 2018 in die neue und größere Filiale in Riem übernommen, zumindest die Mitarbeiter, die das möchten. Natürlich spart es Kosten, die langjährigen Mitarbeiter raus zu werfen und dann einige billige 8,50-Euro-Kräfte auf die Fläche zu stellen. Können Sie gerne machen, aber dann stehen sie dazu! Sagen Sie nicht in der Öffentlichkeit, wir stehen für Qualität und gute Bedienung, wenn Sie gleichzeitig alles tun, um das zu untergraben.

 

Herr Mach hat vor unserem Geschäftsführer Herrn Stroot und der Stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Sabine Dötsch versprochen, dass für die etwa elf langjährigen Mitarbeiter eine Lösung gefunden wird, dass wir in die neue Filiale nach Riem gehen werden. Alles heiße Luft?

 

Wir sitzen alle in einem Boot? Da scheint es große Unterschiede zu geben… wir rudern im lecken Holzboot und andere sitzen mit einem Glas Champagner in der Luxusjacht….

 

Mit freundlichen Grüßen

Betriebsräte PEP Haus 20

Sylvi Mauersberger

Sabine Dötsch

Annemarie Schierl

und Mitarbeiter

Freitag, 7. Oktober 2016

Berliner Stimme

Wöhrl schließt im Frühjahr nächsten Jahres die Filiale in Berlin am Potsdamerplatz.

Die Mitarbeiter wurden am Mittwoch in einer Betriebsversammlung darüber informiert.

Eine Abfindung gibt es nicht.

 

Es gibt einige Mitarbeiter, die 5-6 Jahre vor der Rente stehen und einige die 50plus sind.

Aber wen interessiert das von der Unternehmensleitung?

 

Dieser Filiale wurde keine Chance gegeben, sich der Entwicklung in der Hauptstadt anzupassen.

Wöhrl hätte sich hier ausprobieren können, mit neuen Provisionssystemen,modernen Führungsstrukturen, ökologisch produzierter Ware, zielgerichtetem Einkauf, an den Stammkunden orientierte Ware,......
Nichts passierte, als klar wurde, dass da ein riesiges Shoppingcenter nebenan eröffnet.

Man ließ diese Filiale langsam sterben, Mitarbeiter ließ man gehen, Verträge wurden nicht verlängert.

Viele Mitarbeiter haben noch bis vor kurzen an IHREN Wöhrl geglaubt, gearbeitet für vier, Arschbacken zusammen gekniffen - durchhalten um jeden Preis!

Und der Lohn dafür, die Enttäuschung, zu merken..............die haben uns verarscht.

Das was jetzt mit der Filiale Berlin geschieht, ist wahrscheinlich von langer Hand geplant!

 

Ein Auszug aus den Wöhrl-Firmengrundsätze:
"Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Vertrauen sollen uns Kraft und Freude geben

bei der Bewältigung dieser Aufgaben geben.

Zwischen Mitarbeitern und Eigentümer soll immer eine echte, freundschaftliche

Partnerschaft bestehen." 

"Denn ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie

ist der konsequente Einsatz für engagierte, kompetente und zufriedene Mitarbeiter.

Ihre Entwicklung zu fördern und sie als Menschen wahrzunehmen –

mit all ihren besonderen Fähigkeiten, Talenten und Potenzialen –

ist uns ein großes Anliegen."
"Das Besondere an der Unternehmenskultur von WÖHRL ist das authentisch Leben von Werten."

- Nur von welchen Werten, dass fragen sich nun all die Beschäftigten von Wöhrl am Potsdamer Platz.

Sehr geehrter Vorstand, zeigt den Mitarbeitern,  dass dies nicht nur aufgeblasene Worte für euer Image sind.

Lasst die langjährigen Mitarbeiter nicht im Regen stehen,  findet sie fair ab, zeigt ihnen Wertschätzung und Respekt.

 

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Wir sind entsetzt!


Getroffen hat es in dieser Woche das Haus Roth, München PEP, Nürnberg Langwasser und  Berlin. 
Heute wurden die vier ersten Schliessungshäuser bekannt gegeben.
Bekannt gegeben in üblicher Wöhrl Manier!
Die Betriebsräte wurden nur wenige Minuten vor der Belegschaft informiert. Informiert über gefasste Beschlüsse. Wo ist da die Beratung und Beteiligung der Mitarbeiter und ihren Vertretern! 
Und dann, liebe Kollegen und Kolleginnen, folgt der Oberhammer! 
In den Mitarbeiterversammlungen suggeriert man Euch noch:" alles nicht so schlimm, es sind genug Plätze für euch in den anderen Filialen."
 Achtung, man versucht euch hier zu täuschen! 
Kolleginnen und  Kollegen aus den ersten Schliessungshäusern, lest euch mal die Presse- und Mitarbeitermitteilung genauer durch!
Hier ein Auszug:
Die zur Schließung anstehenden Filialen beschäftigen insgesamt 146 Mitarbeiter von bundesweit knapp 2.000 Beschäftigten der Wöhrl-Gruppe und umfassen eine Verkaufsfläche von rund 13.700 Quadratmetern. Die betroffenen Mitarbeiter werden sukzessive in den kommenden Wochen ihre Kündigung erhalten. Zugleich wird ihnen die Möglichkeit eingeräumt, sich auf freie Stellen in benachbarten Filialen zu bewerben. 
Verstanden?
Man kündigt euch in der Insolvenz nach oft jahrzehntelanger Arbeit für Wöhrl. Arbeitsplatz weg, Betriebszugehörigkeit weg, Arbeitsvertrag weg, man gönnt euch auch keine ordentliche Abfindung - aber man erlaubt euch, euch wieder bei Wöhrl zu bewerben. Wenn denn tatsächlich Stellen frei sind - eher unwahrscheinlich in einer Schlankschrumpfung-, könnt ihr mit jüngeren und billigeren Bewerbern konkurrieren! Vielleicht meint der Unternehmer auch, dass ihr auf Ansprüche verzichtet und schön brav seid, wenn ihr glaubt, dass er euch wieder einstellt!
Von Wöhrlianern zu Wöhrlianern: "Nehmt das nicht einfach hin! Lasst euch nicht so behandeln!"
Euer Blog-Team


Freitag, 30. September 2016

Was ist das für ein Umgang mit Mitarbeitern?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,



gerade überschlagen sich mal wieder die Ereignisse!
Wir möchten Euch gern die Pressemitteilung des Unternehmens in Auszügen in Erinnerung rufen, die jetzt einen Monat alt ist.
Wir haben mal unsere ganz persönlichen Gedanken (im Folgendem rot) einfließen lassen.



 Stärkung der Kapitalbasis und Sicherung der Finanzierung: Zur erforderlichen weiteren Stärkung der Kapitalbasis läuft für die Rudolf Wöhrl AG derzeit eine strukturierte Investorensuche. Die Eigentümerfamilie Gerhard Wöhrl hat in diesem Zusammenhang ihre Bereitschaft zu einer unternehmerischen Partnerschaft erklärt, gegebenenfalls auch als Minderheitsgesellschafter.
Das ist doch mal ein feiner Zug der Familie, oder?
Jahrzehntelang gut gelebt, nichts investiert, keine Entwicklung in die Zukunft. Das Unternehmen hat seinen Dienst getan, die Brut versorgt, der Pöbel kann gehen.



Andreas E. Mach, Vorstandsvorsitzender der Rudolf Wöhrl AG: „Wir sind auf das Schutzschirmverfahren gut vorbereitet. Mit Dr. Christian Gerloff haben wir zudem einen in unserer Branche erfahrenen Restrukturierungsexperten an der Seite."
 
Senkung der Kosten und Verschlankung der Strukturen: Das Portfolio aus 34 Filialen in Ost- und Süddeutschland wird derzeit dahingehend geprüft, welche Standorte langfristiges Wachstums- und Ertragspotenzial haben. Defizitäre Filialen ohne solches Potenzial werden zeitnah geschlossen. Zudem prüft der Vorstand am Standort Nürnberg den Umzug und die Verkleinerung der Hauptverwaltung sowie die Restrukturierung der in eine Gesellschaft ausgelagerten Logistik, um Kosten zu reduzieren und Prozesse zu vereinfachen.


Nach solch einer Aussage bislang immer noch zu behaupten, man weiß noch nicht welche Häuser geschlossen werden,  ist eine Ohrfeige für alle Beschäftigten! Sehr wohl weiß man welche Häuser schlecht laufen und sich für das Unternehmen nicht rechnen! Und man sieht es ja gerade heute an Nadel und Zwirn oder der Wöhrl Textilhandelsgesellschaft. Kein Wort vorab an die Mitarbeiter!


Übliches Wöhrl Verhalten!

Man lässt die Menschen so lange wie möglich im Unklaren!



Weitere Wöhrl Insolvenzen

Seit gestern befinden sich zwei weitere Wöhrl Unternehmen in der Insolvenz
 
  • Wöhrl Mode und Textilhandelsdienstleistungen GmbH, Lina-Ammon-Straße 10


  • Nadel & Zwirn GmbH, Mühlgasse 8, 90403 Nürnberg


sicherlich nicht das Ende der Fahnenstange...........

Flugblattverteilung in der Zentralverwaltung 29.09.2016


ver.di bei Wöhrl                         
https://verdi-woehrl.blogspot.com

Du hast die Wahl.

 

Abwarten was kommt und den Kopf in den Sand stecken oder aktiv werden!

 

Organisiere Dich mit Deinen Kolleginnen und Kollegen in Deiner Gewerkschaft und wähle Dir einen Betriebsrat.

Gerade in einer wirtschaftlichen Schieflage bewegen ein Betriebsrat und eine organisierte Belegschaft sehr viel.

Verzichte nicht auf die Mitbestimmung der Arbeitnehmer vor Ort!

 

Wir setzen uns bei WÖHRL für Standorterhaltung, Beschäftigungs-sicherung und Mitsprache der MitarbeiterInnen beim Unternehmens-konzept ein.

Wir sind davon überzeugt, dass die WÖHRL KollegInnen ganz genau wissen wie es geht und was zu tun ist.

Wir fordern, dass die Fähigkeiten der MitarbeiterInnen endlich genutzt werden.

Personalabbau ist die schlechteste Strategie, um ein Unternehmen aus der Krise zu führen. Kompetenzen und Chancen dürfen gerade jetzt nicht wegrationalisiert werden.

 

Es geht um Dich.

 

Gemeinsam für ein nachhaltiges Zukunftskonzept bei WÖHRL

Gemeinsam für eine sichere Zukunft der Beschäftigten

Gemeinsam für existenzsichernde Tarifbindung

 

Gabriele Ziegler, Gewerkschaftssekretärin ver.di Mittelfranken,


 

V.i.S.d.P.: Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di FB Handel Bayern

Montag, 12. September 2016

Freitag, 9. September 2016

Hallo Wöhrlianer,
uns erreichen immer wieder Nachfragen, welche Häuser von Schließung betroffen sind. Dazu gibt es leider vom Unternehmen immer noch keine konkreten Aussagen, obwohl an der Vorbereitung des ESUC -Verfahrens (Insolvenz in Eigenverwaltung) seit mehreren Monaten gearbeitet wird.
Jetzt zu behaupten, man weiß noch nicht welche Häuser geschlossen werden,  ist wieder einmal eine Ohrfeige für alle Beschäftigten! Sehr wohl weiß man welche Häuser schlecht laufen und sich für das Unternehmen nicht rechnen!
Wie Ihr ja alle wisst, ist das leider ein übliches Wöhrl Verhalten! Man lässt die Menschen so lange wie möglich im Unklaren.
Wenn unternehmensfremde Insolvenzverwalter sich erst einmal einen Überblick verschaffen müssen, dann ist das sicher nachzuvollziehen. Aber der aktuelle Vorstand müsste doch wohl wissen was wo los ist, oder?

Sogar uns allen ist bekannt, dass das Haus Nürnberg einer der größten Klötze am Bein des Unternehmens ist! Trotzdem wird  noch vor Bekanntgabe der "Opfer", vom Vorstand bekannt gegeben, dass das Stadthaus natürlich Flagshipstore bleibt! Hä? Schneidet man da wirklich mal alte Zöpfe ab?
Fakt ist aber, dass das ECUC-Verfahren ausschließlich für die AG mit Sitz in der Lina-Ammon Str. in Nürnberg und für die Rudolf Wöhrl, das Haus der Markenkleidung GmbH & Co. KG beantragt wurde.
Folglich ist die Zentralverwaltung, die Häuser Nürnberg Ludwigsplatz, Nürnberg Glogauer Str., Erlangen,  Bamberg, München, Ansbach, Fürth, Augsburg, Plauen, Roth, Ingolstadt, Bayreuth, Dresden und Berlin im ESUC Schutzschirm.
Was mit den anderen Filialen, die in anderen GmbHs firmieren, passiert ist absolut unklar!
Nach Aussage der Unternehmensleitung werden 6-10 Häuser innerhalb des ESUC Verfahrens geschlossen. Durchaus ist es für den Vorstand aber denkbar, dass es auch zu Schließungen oder Personalabbau innerhalb der anderen GmbHs kommen kann.


Wir können nur nochmals dringend dazu raten Euch gewerkschaftlich zu organisieren, gründet Betriebsräte und nehmt Eure Rechte war!

FINGER WEG VOM KUGELSCHREIBER! NICHTS UNTERSCHREIBEN!



Dienstag, 6. September 2016

Schutzschirmverfahren nach Insolvenzordnung


Rudolf Wöhrl AG: Restrukturierung der Rudolf Wöhrl AG durch Einleitung eines Schutzschirmverfahrens

Restrukturierung der Rudolf Wöhrl AG durch Einleitung eines
Schutzschirmverfahrens
 
Nürnberg, 5. September 2016 - Die Hauptversammlung der Rudolf Wöhrl AG,
Nürnberg, hat heute beschlossen, dass der Vorstand unverzüglich beim
Amtsgericht Nürnberg den Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens
nach §270b Insolvenzordnung (InsO) stellen wird. Durch diesen Schritt soll
die laufende Restrukturierung und Neuausrichtung des
Textilhandelsunternehmens im Rahmen der Eigenverwaltung verstärkt und
beschleunigt werden. Dazu wurde eine Vielzahl von Maßnahmen zur
Kostenreduktion sowie zur Umsatz- und Ertragssteigerung identifiziert, die
während der bis zu dreimonatigen Schutzschirmphase konkretisiert und
teilweise bereits umgesetzt werden sollen. Ziel ist es, die Wöhrl Gruppe
als Ganzes zu erhalten und nachhaltig in die Profitabilität zurückzuführen.
Außer für die Rudolf Wöhrl AG als Obergesellschaft der Wöhrl Gruppe wird
auch für die 100-%-Tochtergesellschaft Rudolf Wöhrl, das Haus der
Markenkleidung GmbH & Co. KG, Nürnberg, die Eröffnung des
Schutzschirmverfahrens beantragt.
 
Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Andreas E. Mach wurde mit sofortiger
Wirkung zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft bestellt. Der
bisherige Vorstandsvorsitzende Olivier Wöhrl ist im Vorstand in der neu
geschaffenen Funktion des Chief Strategic Officer unverändert
verantwortlich für die strategische Weiterentwicklung des Geschäftsmodells.
Zudem wurde Rechtsanwalt Dr. Christian Gerloff, Partner der Kanzlei Gerloff
Liebler Rechtsanwälte in München, zum Vorstandsmitglied und Chief
Restructuring Officer (CRO) ernannt.
 
Zur erforderlichen weiteren Stärkung der Kapitalbasis läuft für die Rudolf
Wöhrl AG derzeit eine strukturierte Investorensuche. Die Eigentümerfamilie
Gerhard Wöhrl hat in diesem Zusammenhang ihre Bereitschaft zu einer
unternehmerischen Partnerschaft erklärt, gegebenenfalls auch als
Minderheitsgesellschafter.
 
Es ist geplant, dass die operativen Geschäfte in den 34 Modehäusern der
Gruppe ohne Einschränkungen während des Schutzschirmverfahrens
weiterlaufen.

Dienstag, 30. August 2016

Sommer Aktion bei Wöhrl

Post-it mit klarer Aussage im Aufzug
Auch während der Urlaubszeit gehen die ver.di Aktionen in den Wöhrl Filialen weiter.
In den letzten Tagen organisierten die ver.di Aktivisten eine Post-it Aktion.
Mit sehr großer Beteiligung machten die Mitarbeiter ihre Forderung an den Arbeitgeber  nach Tarifbindung  optisch sichtbar, indem sie ihr Bedürfnis nach sozialer Absicherung und finanzieller Verbindlichkeit auf Klebezettel schrieben, um sie dann an den verschiedensten Stellen im Verkaufsraum zu verteilten.
Daraufhin wurden viele gute Gespräche mit den Kunden geführt. Sie waren häufig überrascht, dass Wöhrl nicht Tarif gebunden ist und die Empörung darüber war groß. Alle Kunden reagierten durchweg verständnisvoll und zustimmend auf die Forderungen der MitarbeiterInnen
. Viele unterstützten mit ermutigenden Worten, wünschten Durchhaltevermögen und Stärke.
Gerade in der wirtschaftlichen Schieflage des Unternehmens brauchen die Mitarbeiter umso mehr feste Zusagen, klare Bedingungen und Sicherheit! Immer mehr Mitarbeiter fordern die Anerkennung der Tarifverträge, um nicht weiterhin für die Fehler der Unternehmensleitung persönlich büßen zu müssen.
Geringe Umsätze, austauschbare beliebige Ware und kaum Werbung gefährden nicht nur akut das Unternehmen, sondern bedrohen ganz massiv die persönliche Lebenssituation der Mitarbeiter.
Ein Prämiensystem, das die Rentabilität einzelner Filialen trotz guter Umsätze in Frage stellt, qualifizierte Mitarbeiter die knapp über dem Mindestlohn verdienen, unüberlegte Standortschließungen, nostalgisches Missmanagement, unkluger Mitarbeiterabbau, usw. - all das sind Gründe für den immer lauter werdenden Aufschrei pflichtbewusster loyaler KollegInnen! Sie fordern nicht nur eine gerechte Bezahlung, sondern vordergründig eine kluge, überlegte und fähige Unternehmensführung. Das können sie bei der aktuellen Unternehmensleitung in keiner Weise erkennen und sehen ihre Zukunft bedroht!






Montag, 1. August 2016

Meistersinger-Wettbewerb am 28.07.2016 in Nürnberg Flyerverteilung

Das Treiben um den Meistersinger-Wettbewerb in Nürnberg nahmen die ver.di aktiven Mitarbeiter der Firma Rudolf Wöhrl zum Anlass, um auf die Arbeits- und Entlohnungssituation ihrer Kolleginnen und Kollegen aufmerksam zu machen.

Der erste Preis dieses Wettbewerbs im Deutschen Fach wird von Gerhard Wöhrl und seiner Ehefrau Caroline mit einem Preisgeld von 10.000 € ausgelobt - in gleicher Höhe wie die Stadt Nürnberg!


Die Passanten und Konzertbesucher zeigten sich entsetzt, dass ein Unternehmer wie Gerhard Wöhrl, der sich nach Außen sozial und gesellschaftlich engagiert präsentiert, seine Mitarbeiter sowohl in finanzieller Hinsicht, als auch in Fragen der Beschäftigungs- und Standortsicherung im Unklaren lässt.
Die Abhängigkeit von Umsatz und Prämie, die fehlenden Investitionen in Standorte und eine konzeptlose Unternehmensführung belasten die Mitarbeiter immens und gefährden das gesamte Unternehmen!
Aufgrund dieser Umstände wurde die Rudolf Wöhrl AG aufgefordert bis zum 18.07.2016 mit der Tarifkommission Verhandlungen zu einem Anerkennungstarifvertrag aufzunehmen. Leider gab es von Seiten der Unternehmensleitung bisher nicht einmal ein Antwortschreiben!
Unverständlich ist dieser respektlose und wenig wertschätzende Umgang mit den Mitarbeitern, die zu großem Teil auch Bürger Nürnbergs sind und vielleicht sogar musikalisch begabt!